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Hauptdaten
Autor: Mirriam Prieß
Titel: Burnout kommt nicht nur von Stress Warum wir wirklich ausbrennen - und wie wir zu uns selbst zurückfinden
Verlag: Südwest
ISBN/ISSN: 9783641103774
Auflage: 1
Preis : CHF 14.50
Erscheinungsdatum:
Inhalt
Kategorie: Psychologie
Sprache: German
Technische Daten
Seiten: 184
Kopierschutz: DRM
Geräte: PC/MAC/eReader/Tablet
Formate: ePUB
Inhaltsangabe
Burnout hat nicht nur mit Stress zu tun
Dass Menschen, die ausgebrannt sind, überlastet sind, ist unbestritten. Was führt jedoch zu dieser Überlastung? Worüber erschöpfen wir uns tatsächlich? Das Buch zeigt, dass bisher angenommene Ursachen von Burnout in Wahrheit nur Symptome sind. Erstmalig wird deutlich gemacht, dass der Aspekt von Beziehung bei Burnout-Erkrankungen die entscheidende Rolle spielt: die Beziehung zu sich selbst und die Beziehung zur Umwelt. Menschen brennen aus, weil sie den Dialog zu sich verloren haben und in konfliktreichen Beziehungen zu ihrem Umfeld stehen.
Burnout ist kein Ausdruck von Schwäche. Es ist der gesunde Selbstregulationsversuch eines Menschen, der ein Leben lebt, das seiner Identität nicht entspricht. Basierend auf langjähriger Behandlungserfahrung mit Burnout-Patienten erklärt die Ärztin und Psychotherapeutin bisher noch nicht dagewesene Zusammenhänge dieser Volkskrankheit, die nun deutlich machen, warum die Erkrankungsrate weiter zunimmt, warum viele Betroffene sich nicht mehr erholen und warum so viele Behandlungen scheitern. Dabei muss dies nicht sein. Wenn bestimmte Mechanismen verstanden werden und ein Umdenken von Umfeld und Betroffenen stattfindet, kann jeder gesund und leistungsfähig bleiben oder wieder werden.
'Auf sich selbst und die eigenen Gefühle hören, mit sich selbst in Kontakt treten - das nenne ich die »innere Dialogfähigkeit«. Jemand, der das nicht tut, hat seinen Selbstschutz verloren. Er ist wie eine tickende Zeitbombe - für sich selbst und seine Umwelt.'
'Mir sind noch keine Menschen begegnet, die sich bewusst entschieden haben, gegen ihre eigene Identität zu leben - gleichwohl aber viele, die Letzteres tatsächlich taten. Erst viel später konnten sie die unbewussten Zusammenhänge entlarven, die dazu geführt hatten, zu meinen, es sei »das Beste, nicht man selbst zu sein«.'
'Solange es um Schuld geht, solange kann Heilung nicht geschehen. Schuldzuweisungen, weder in die eigene noch in die andere Richtung führen zur Gesundheit - im Gegenteil. Es geht nicht um Schuld, sondern es geht um Verantwortung... Wer dies erkennt, der wird frei.'


Dr. med. Mirriam Prieß (geb. 1972) hat an der Universität Hamburg Medizin mit anschließender Promotion im Fachbereich Psychosomatik studiert. Sie war als Ärztin 8 Jahre in einer psychosomatischen Fachklinik tätig und unter anderem für die Behandlungsschwerpunkte Ängste, Depressionen und Burnout verantwortlich. Seit 2005 beratende Tätigkeit in der Wirtschaft (eon, Porsche, Ernst & Young) mit Einzelcoaching von Führungskräften im Bereich Konflikt- und Stressmanagement.
Inhaltsangabe

Ist Stress Symptom oder Ursache eines Burnouts?


Die meisten Menschen sind der Ansicht, dass Burnout durch zuviel Stress entsteht. Wenn man sich als Betroffener zu erkennen gibt, so kommt automatisch die Frage: »Hast du zu viel Stress gehabt?«

Die Empfehlung vieler Ratgeber lautet: »Sie wollen Burnout verhindern? Vermeiden Sie Stress.« Stress und Burnout als Prinzip von Ursache und Wirkung werden wie selbstverständlich in einem Atemzug genannt.

Doch ist das tatsächlich so? Ist Stress wirklich der einzige Auslöser, der zu einem Burnout führt, oder steckt hinter diesem Auslöser noch ein weiterer? Wie kommt es überhaupt zu Stress? Was steckt hinter diesem Begriff, der in aller Munde ist und als zentraler Punkt bei der Entstehung von Burnout gehandelt wird? Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Sie überhaupt unter Stress geraten? Was bedeutet für Sie Stress?

Befragt man Menschen, was sie persönlich unter Stress verstehen, sind die Antworten vielfältig:

  •  »Unter Stress verstehe ich Arbeitsüberlastung, Zeitdruck, Termindruck, zu viele Aufgaben auf einmal, keine Pausen, Lärm, Streit etc.«
  •  »Stress ist, wenn mir alles zu viel wird und ich nicht mehr hinterherkomme.«
  •  »Ich bin im Stress, wenn ich meine Kinder in den Kindergarten bringen muss und eigentlich schon im Büro sein müsste.«
  •  »Mich stresst der Blick meines Chefs.«
  •  »Mich stresst, wenn ich abends nach Hause komme und nicht meine Ruhe haben kann, sondern meiner Frau Rede und Antwort stehen muss.«
  •  »Mich versetzt es in Stress, wenn ich im Stau stehe.«
  •  »Ich bin im Stress, wenn ich die Projektleitung habe und einige im Team meinen, das Leben sei ein Wunschkonzert.«
  •  »Ich gerate vor großen Kundenpräsentationen in Stress.«
  •  »Ich bin regelmäßig zweimal im Jahr während der heißen Phasen im Stress«, antwortete ein 42-jähriger Wirtschaftsprüfer, der sich nach der achten heißen Phase wegen eines Burnouts in Behandlung begeben musste.

Unter dem Begriff Stress wird allgemein ein subjektiver Zustand verstanden, in dem der Betroffene sich einer für ihn unangenehmen Situation oder Umständen ausgesetzt fühlt, die er weder vermeiden noch in seinem Sinne beeinflussen kann. Entweder fehlen ihm für die Bewältigung die Kompetenzen, oder ihm stehen nicht ausreichend Ressourcen zur Verfügung.

Stress muss vom Individuum jedoch nicht zwangsläufig als negativ erlebt werden. Hans Selye, der die Anfänge der Stressforschung maßgeblich mitbestimmt hat, unterschied zwischen positivem und negativem Stress und prägte dafür die Begriffe Eu-und Dysstress (Hans Selye 1956, 1974 und 1987). Die Vorsilben »eu« und »dys« kommen aus dem Griechischen und bedeuten »gut« beziehungsweise »schlecht«. Positiver, »guter« Stress wird beschrieben als ein angeregter Zustand, wie er etwa in Verliebtheitsphasen vorkommt, doch was im Allgemeinen unter »Stress« verstanden wird, ist negativer, »schlechter« Stress. Dieser ist Ausdruck einer als unangenehm empfundenen Belastung, die sowohl durch Überforderung als auch durch Unterforderung einer Person entstehen kann. Wenn in den folgenden Ausführungen der Begriff Stress verwendet wird, so ist hier grundsätzlich der »negative« Stress gemeint.

Wie entsteht Stress?


Ein zentrales Kriterium für Stress ist, dass es sich hierbei immer um einen subjektiven Zustand handelt, der maßgeblich vom Gefühl der Hilflosigkeit geprägt ist. Je unkontrollierbarer eine Situation für eine Person erscheint, je hilfloser sie sich fühlt, desto stärker ist das Gefühl von Stress. Die subjektive Bewertung spielt hierbei die entscheidende Rolle. Angelehnt an den Satz »Die Welt ist das, was wir in Gedanken aus ihr machen« oder »Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt« (Buddha) kategorisieren wir die jeweiligen Situationen als Stress  oder nicht. Dabei löst erst das Gefühl von unzureichenden Ressourcen und das damit verbundene Gefühl d