Login
 
Hauptdaten
Autor: Paul Mason, Randi Kreger
Titel: Schluss mit dem Eiertanz Für Angehörige von Menschen mit Borderline
Verlag: BALANCE Buch + Medien Verlag
ISBN/ISSN: 9783867397049
Auflage: 8
Preis : CHF 16.60
Erscheinungsdatum:
Inhalt
Kategorie: Gesundheit & Körper
Sprache: German
Technische Daten
Seiten: 384
Kopierschutz: Wasserzeichen/DRM
Geräte: PC/MAC/eReader/Tablet
Formate: PDF
Inhaltsangabe
Borderline-Verhalten ist für die Betroffenen aufreibend und oft zerstörerisch, aber auch für Angehörige, Partner und Freunde, die häufig von den prekären Verhaltensweisen der Erkrankten dominiert werden. Wie also verhält man sich als Angehöriger »richtig«? Auf diese Frage geben die Autoren Antwort, indem sie die täglichen Verhaltens- und Beziehungsfallen aufzeigen, die sich im Leben mit Borderlinern auftun. Sie geben wertvolle Anregungen und Tipps, um selbst psychisch stabil zu bleiben und hilfreich zu sein für den erkrankten Partner. »Was bleibt noch übrig, wenn unser Umgang mit dem anderen ein ewiger Eiertanz ist? Oberflächlicher Smalltalk, angespanntes Schweigen, jede Menge Stress. Was früher ein leichtfüßiger Tanz der Zuneigung und Nähe war, verwandelt sich in einen Maskenball.«

Randi Kreger, Schriftstellerin und Borderline-Angehörige, moderiert zahlreiche Internet-Diskussionsgruppen. Paul T. Mason, Psychotherapeut und Borderline-Experte, arbeitet in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Inhaltsangabe
11 Lügen, Gerüchte und Anschuldigungen: Verleumdungskampagnen (S. 323-324)

»Nicht alle Dämonen der Hölle wüten so schlimm wie ein verschmähter Borderliner.«
Aus der internetbasierten Selbsthilfegruppe

Einige Angehörige berichteten uns, von einem nahe stehenden Borderliner zu Unrecht der sexuellen Belästigung und des sexuellen Missbrauchs beschuldigt worden zu sein. Sie wurden zum Opfer rufschädigender Gerüchte und von Borderlinern sogar ohne triftigen Grund gerichtlich belangt. Wir bezeichnen dies als Verleumdungskampagnen.

JERRY (ANGEHÖRIGER)

Meine Noch-Ehefrau beantragte polizeilichen Schutz und ließ mich aus meinem eigenen Haus aussperren. Sie unterband den Kontakt zu meinen Töchtern und erzählte allen Nachbarn, ich sei gewalttätig. Die schauen mir jetzt nicht mal mehr ins Gesicht. Systematisch hat sie Leute aus sozialen und beruflichen Verbänden, in denen ich Mitglied bin, angesprochen und versucht sie gegen mich einzunehmen. Meinem Chef erzählte sie, ich sei impotent – und dass ich sie mit Herpes angesteckt hätte!

Wie bitte? Ihrem Anwalt gegenüber behauptete sie, ich hätte sie vor Jahren vergewaltigt, da wir Sex gemacht hätten, wenn sie es nicht wollte – dabei hatte sie mir überhaupt nicht gesagt, dass sie nicht in der Stimmung war! Diese Woche begegnen wir uns vor Gericht – mal sehen, was sie als Nächstes gegen mich vorbringt. Ich habe die Frau seit Monaten weder gesehen, noch habe ich sie angerufen. Gleichzeitig zahle ich ihr jeden Monat brav 3.500 Dollar Unterhalt. Ich wünsche mir so sehr, diesen Quälgeist endlich los zu sein! Nachts kann ich nicht schlafen, wenn ich darüber nachdenke, wie ungerecht das alles ist. Ich habe große Angst davor, was sie mir als Nächstes anhängen will.

Hier einige andere Beispiele für Verleumdungskampagnen:

Valeries Mutter Hannah erzählte einigen Mitgliedern der Familie, dass Valerie ihr Geld gestohlen habe und bei mehreren Gelegenheiten ihr gegenüber gewalttätig geworden sei. Die Angehörigen weigerten sich, mit Valerie zu sprechen und sich ihre Version anzuhören. Hannah hat diese Anschuldigungen vorgebracht, nachdem Valerie ihr sagte, sie könne über Weih - nachten nicht zu ihr zu Besuch kommen. # Judy wurde von ihrer Exfreundin Elizabeth verfolgt, die in Judys Namen Drohbriefe an sich selbst verschickte. Anschlie - ßend rief Eliza beth bei ihr an und sprach auf den Anrufbeantworter, sie solle bitte aufhören, »sie zu bedrohen«. Die Sache endete vor Gericht, wo Eli zabeth im Verhör zusammenbrach und darauf bestand, Judy habe sie »gezwungen«, Drohbriefe an sich selbst zu schreiben.
Inhaltsverzeichnis
Cover1
Impressum5
Inhalt6
Vorwort9
Wie benutze ich dieses Buch?11
Begriffsklärungen12
Unser Schwerpunkt15
Einführung16
Vertraute Fremde: Wie dieses Buch entstand16
Im Internet19
TEIL I Das Verhalten von Menschen mit Borderline verstehen lernen26
1 Der ewige Eiertanz: Wenn ein Angehöriger Borderline hat27
Drei Fallgeschichten30
Jon (Angehöriger)30
Larry (Angehöriger)31
Ken (Angehöriger)33
Borderline: Intensität und Extreme des Verhaltens35
Anhaltspunkte für die Borderline-Erkrankung39
Sagen oder Nichtsagen?40
Es gibt Hoffnung44
2 Die Innenwelt der Borderliner: Definition der Borderline-Persönlichkeitsstörung46
Zum Verständnis von Persönlichkeitsstörungen47
Die DSM-IV-Kriterien für das Vorliegen einer BorderlinePersönlichkeitsstörung48
Andere häufige Merkmale der Borderline-Störung71
Alles durchdringende Scham72
Fehlende Grenzen73
Das Problem der Kontrolle73
Fehlende Objektkonstanz74
Zwischenmenschliche Sensibilität75
Situationale Kompetenz76
Narzisstische Bedürfnisse77
Manipulation oder Verzweiflung  unterschiedliche Perspektiven77
Hohe Funktionalität  niedrige Funktionalität80
Das Ausagieren und das Nach-innen-Richten82
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung: Mythos und Wirklichkeit84
3 Dem Chaos Sinn abgewinnen: Borderline-Verhalten verstehen89
Die Welt der Menschen mit Borderline92
Verbreitetes Borderline-Denken93
Gefühle schaffen Fakten94
Extreme Abwehrmechanismen95
Verdrängung95
Rationalisierung96
Spaltung96
Zack, du bist es: Das Projektionsspiel98
Die Spielregeln99
An allem sind die anderen schuld106
Wenn aus Vorwürfen verbale Misshandlung wird108
Borderline-Verhaltensmuster111
No-win-Situationen111
Angst vor Verlassenwerden und vor Vereinnahmung112
Die Liebe auf die Probe stellen115
Kindliche Weltsicht117
4 Leben unter Hochdruck: Wie Borderline-Verhalten Angehörige beeinflusst119
Verbreitete Denkweisen von Angehörigen121
Die Trauer des Angehörigen über Borderline-Verhalten123
Reaktionen von Angehörigen auf Borderline-Verhalten126
Auswirkungen auf die Beziehung132
Ist das normal?133
TEIL II Das Leben wieder in die eigenen Hände nehmen138
5 Sich selbst verändern139
Man kann Borderline-Erkrankte nicht zwingen, sich behandeln zu lassen140
Gründe für die Verdrängung bei Borderlinern141
Wann holen sich Borderliner Hilfe?143
Was man tun kann145
Die Handlungen des Borderline-Erkrankten nicht mehr persönlich nehmen146
Alternative Interpretationen146
Auslöser versus Ursachen149
Sich Hilfe und Bestätigung holen150
Borderline-Verhalten nicht persönlich nehmen153
Sich seinen Humor bewahren155
Für sich selbst sorgen155
Liebevolle Distanz157
Sein eigenes Leben zurückerobern158
Die eigene Identität und die Selbstachtung stärken160
Verantwortung für das eigene Verhalten übernehmen161
Inwieweit entspricht die Beziehung meinen Bedürfnissen?163
Aufhören, Entschuldigungen zu erfinden164
Die Wirkung variierter Verstärkung verstehen165
Der Reiz des emotionalen Auf und Ab167
Kindheitsthemen nicht in der Beziehung verarbeiten168
Eigene Entscheidungen treffen169
Niemand verdient es, schlecht behandelt zu werden170
Die Sucht, gebraucht zu werden172
Ehe und Familie auf dem Prüfstand173
Sich auf eigene Probleme konzentrieren174
Was nun?175
6 Die eigene Situation verstehen: Grenzen