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Main Data
Author: Ronald Stöferle, Rahim Taghizadegan, Gregor Hochreiter
Title: Die Nullzinsfalle Wie die Wirtschaft zombifiziert und die Gesellschaft gespalten wird
Publisher: FinanzBuch Verlag
ISBN/ISSN: 9783960920212
Edition: 1
Price: CHF 12.40
Publication date: 01/01/2019
Content
Category: Wirtschaft/Management
Language: German
Technical Data
Pages: 272
Kopierschutz: Wasserzeichen
Geräte: PC/MAC/eReader/Tablet
Formate: ePUB
Table of contents
Sehenden Auges sind die Zentralbanken in ihrem Kampf gegen die Folgen der großen Finanzkrise und der Schuldenkrise in die Falle getappt - die Nullzinsfalle. Im Augenblick versuchen die Zentralbanken verzweifelt, aus dieser Falle zu entkommen, doch es wird ihnen nicht gelingen. Denn bereits bei den ersten Schritten der geldpolitischen Normalisierung wird kein Stein auf dem anderen bleiben. Welche Wege führen für die Politik, die Anleger und die Gesellschaft möglichst unbeschadet aus der Nullzinsfalle? Worauf müssen Bürger und Anleger gefasst sein? Die Nullzinsfalle zeigt erstmals alle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Nullzinspolitik auf - Gänsehaut garantiert, denn in Wirtschaft und Gesellschaft gehen Zombies um. Lassen Sie sich überraschen, wie viele aktuelle Phänomene nach dieser tiefgehenden und tabulosen Analyse verständlich werden.

Ronald Stöferle ist Partner der Incrementum AG, die Anlagelösungen auf Basis der Österreichischen Schule der Nationalökonomie anbietet. Zuvor war er sieben Jahre lang im Research-Team der Erste Group in Wien und begann schon 2007 seine jährlich erscheinenden 'In GOLD we TRUST'-Studien zu veröffentlichen, die u. a. vom Wall Street Journal als 'Goldstandard aller Goldpublikationen' bezeichnet wurden. Rahim Taghizadegan ist Wirtschaftsphilosoph, Unternehmer und Rektor des scholarium in Wien. Nach zahlreichen Lehraufträgen, u. a. an der Universität Liechtenstein, der Wirtschaftsuniversität Wien und der Universität Halle, ist er derzeit Dozent an der University of Applied Sciences in Krems und der Internationalen Akademie für Philosophie in Liechtenstein. Er ist mehrfacher Bestsellerautor und gefragter Redner, insbesondere zum Thema Unternehmertum und der Österreichischen Schule der Ökonomie. Mit seinem Titel 'Österreichische Schule für Anleger' war er für den Deutschen Finanzbuchpreis 2015 nominiert. Außerdem sind im FinanzBuch Verlag seine Bücher 'Wirtschaft wirklich verstehen' und 'Helden, Schurken, Visionäre' erschienen. Gregor Hochreiter ist selbstständiger Ökonom mit Sitz in Wien. Er ist Redakteur des In Gold we Trust-Report von Ronald-Peter Stöferle und Mark J. Valek und publiziert zu ökonomischen Themen, vor allem im Bereich der Geld- und Konjunkturtheorie. Zudem fungiert er als ökonomischer Berater für die Rechercheplattform addendum.
Table of contents

Kapitel 4:
Vermögensaufbau trotz Nullzinsfalle?!


Überall nur Blasen  was tun?


Was kann der normale Sparer aus den vorangegangenen Kapiteln lernen? Eine Haltung des berauschenden Verkonsumierens des Ersparten kann es nicht sein. Gerade auch in einem nicht nachhaltigen Umfeld wie dem gegenwärtigen kann die nachhaltige, das heißt werterhaltende, womöglich auch wertsteigende Anlage gelingen.

Der Sparer lernt zum einen, dass die Flutung der Märkte mit billigem Geld zu neuen Rekordpegelständen in vielen Märkten geführt hat, bei denen vormals »sichere Häfen« untergegangen sind. Das Geld, das nach wie vor auf den Konten havarierter Banken oder bei Lebensversicherungen, denen das Wasser bis zum Hals steht, geparkt wird, könnte leicht in den Strudel geraten und mit in die Tiefe gerissen werden. Gleichzeitig überhitzen die Märkte für Vermögenswerte: Weite Teile der Finanzmärkte befinden sich in einem anderen Aggregatzustand als die Realwirtschaft und allerorts bilden sich Blasen, die, gefüllt mit heißer Luft, rasant in die Höhe steigen. Doch wer zu hoch steigt, fällt bekanntlich auch tief. Mit jähen Abstürzen muss der Anleger jederzeit rechnen.

Zudem hat der normale Sparer gelernt, dass eine gesunde Skepsis gegenüber den Empfehlungen seines Bankberaters nicht ganz unangebracht ist. Er weiß nun, dass Geld  sei es auf dem Girokonto, investiert in Staatsanleihen oder daheim verschlossen im Tresor  nirgendwo »todsicher«63 aufgehoben ist: Banken und Staaten gehen mitunter bankrott, und die Einleger beziehungsweise Gläubiger können dafür haften, das Bargeld im Tresor kann durch Inflation entwertet oder von Einbrechern gestohlen werden. Auf die althergebrachten Sparformen sollte man sich besser nicht mehr verlassen. Erst recht sollte man sich nicht darauf verlassen, dass das Rentensystem in seiner heutigen Form die Finanzkraft besitzt, zukünftigen Generationen im Alter die finanziellen Sorgen zu nehmen. Wer das böse Erwachen im Ruhestand vermeiden will, der kommt nicht umhin, sich ein gewisses finanzielles Grundwissen anzueignen und mit klassischen Sparparadigmen zu brechen.

Zentral ist zudem die Erkenntnis, dass unser Geldsystem, welches auf Schulden beziehungsweise auf deren Ausweitung beruht, nicht immerfort wird bestehen können und mittlerweile mehr und mehr an seine Grenzen stößt. Die Schulden sind nicht nachhaltig und bleiben nur durch ein gewisses Maß an Neuverschuldung tragbar. Doch das bedeutet andererseits auch, dass die Forderungen nicht nachhaltig sind: Mit dem Ausfall von Schulden schrumpfen auch die finanziellen Vermögenswerte. Diese oft vernachlässigte Dimension unseres Geldsystems sollte man sich jedes Mal in Erinnerung rufen, wenn von einem Schuldenschnitt oder Schuldenabbau die Rede ist. Die Aderlässe in Zypern und Griechenland sind Symptome dieser systemischen Nichtnachhaltigkeit, wobei mittelfristig mit einem häufigeren Auftreten dieser Symptome zu rechnen ist.

Von der Tatsache, dass sich die Märkte gut entwickeln, sollte sich der Anleger nicht einlullen lassen. Aus der Gefahrenzone sind wir nämlich längst noch nicht heraus. Wir wissen nicht, wann und in welchem Ausmaß das Schuldgeldsystem das nächste Mal von Grund auf erschüttert wird. Als Anleger sollte man jedoch weiterhin auf derartige Szenarien gefasst sein und dementsprechend umsichtig agieren. In einer Zeit, in der die Gefahr besteht, dass die Schulden und Guthaben in erheblichem Umfang abschmelzen, sollte man den realen Kapitalerhalt bereits als Erfolg ansehen. Denn der Anleger kommt nicht umhin, die Spielregeln des Status Quo als gegeben hinzunehmen.

Selbstverständlich darf der Leser an dieser Stelle keine todsicheren Tipps von uns verlangen, da solche notwendigerweise unseriös sind. Ein guter Investor zeichnet sich dadurch aus, bestimmte Hypothesen, die er hinsichtlich der Marktentwicklungen hat, jederzeit zu verwerfen, wenn ihn der Markt eines Besseren belehrt. Denn es geht nicht darum, recht zu haben, sondern darum, zumindest die Kaufkraft zu erhalten. Viele Hypothesen guter Investoren sind daher nicht von Dauer.

Wesentlich nachhaltiger als Anlagetipps sind Prinzipien und strukturelle Handlungsempfehlungen sowie einige Strategien, die den verschiedenen Zukunftsszenarien Rechnung tragen. Zugleich helfen sie dem Anleger, nicht bei jeder kleinsten Regung des Marktes hektisch alles, was gestern noch Gültigkeit zu haben schien, über Bord zu werfen. Ein prinzipien- und strategieloses Verhalten eignet sich nicht zum nachhaltigen Vermögensaufbau. Zudem ist der Anleger dann nur mehr ein Getriebener und nicht mehr Herr des Handelns.

Von Portfoliomanagern und Tradern


Wodurch zeichnen sich eigentlich erfolgreiche Portfoliomanager aus? Wie agieren sie auf den Märkten? Was sind ihre Methoden und Strategien? Im Gegensatz zu den Vorgehensweisen d