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Main Data
Author: Hans W Striebel
Title: Operative Intensivmedizin Sicherheit in der klinischen Praxis
Publisher: Schattauer GmbH, Verlag für Medizin und Naturwissenschaften
ISBN/ISSN: 9783794564415
Edition: 1
Price: CHF 206.00
Publication date: 01/01/2007
Content
Category: Medizin & Pharmazie
Language: German
Technical Data
Pages: 816
Kopierschutz: Wasserzeichen/DRM
Geräte: PC/MAC/eReader/Tablet
Formate: PDF
Table of contents

Die „Operative Intensivmedizin", das neueste Werk des renommierten Anästhesiologen Hans Walter Striebel, vermittelt fundiert das gesamte Facharztwissen der Operativen Intensivmedizin.

Umfassendes Referenzwerk am klinischen Alltag orientiert
- Neueste praxisrelevante Erkenntnisse aus Forschung und evidenzbasierter Medizin
- Spezielle intensivmedizinische Krankheitsbilder, behandelt nach ihrer tatsächlichen klinischen Relevanz
- Ausführlicher Grundlagenteil zu allen wichtigen Fragen (Beatmungstherapie, künstliche Ernährung, Wundversorgung etc.)
- Anhang mit wichtigen Umrechnungstabellen und Berechnungsformeln für den täglichen Gebrauch

Hervorragender Überblick und einprägsame Didaktik
- Aktuelle Therapieansätze, ausführlich dargestellt und diskutiert
- Klare Sprache, viele detailreiche Farbabbildungen
- Wichtige Arbeitstechniken durch instruktiv bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitungen verständlich erklärt

Der unentbehrliche Begleiter für Intensivmediziner, Chirurgen und Anästhesisten sowie für Ärzte aus den benachbarten Disziplinen.

Table of contents

1 Allgemeine Bemerkungen zur Intensivmedizin (S. 3)

Sehr schwer oder gar lebensbedrohlich (= kritisch) erkrankte bzw. verunfallte Patienten sollten auf einer Intensivstation (Intensivtherapiestation, ITS) behandelt werden. Unter einer Intensivstation wird eine spezielle Betteneinheit für die intensive Diagnostik und Therapie solcher Patienten verstanden.

Intensivpflichtige Patienten sind z.B. Patienten mit Polytrauma, Sepsis, Schädel-Hirn-Trauma, schwerer Verbrennung, bedrohlicher Ateminsuffizienz, Multiorganversagen, Schock, akutem Herzinfarkt, schwerer akuter Blutung oder Vergiftung.

Intensivmedizinische Maßnahmen können unterteilt werden in: Intensivtherapie: Ihre Aufgabe ist es, lebenswichtige Körperfunktionen (Vitalfunktionen) zu erhalten bzw. wiederherzustellen.

Intensivüberwachung: Sie umfasst die engmaschige klinische und apparativ-technische Überwachung (= Monitoring) der schwerkranken Patienten.

Intensivpflege: Auf Intensivstationen wird ein weit über das normale Maß hinausgehender pflegerischer Aufwand betrieben.

Entstehung der Intensivmedizin
In einem 2003 erschienenen Artikel wurde darauf hingewiesen, dass 50 Jahre zuvor, also 1953, in Kopenhagen die weltweit erste Intensivstation im Rahmen der großen Polioepidemie in Dänemark in Betrieb gegangen sei (Berthelsen u. Cronqvist 2003). Möglicherweise sind die Anfänge der Intensivmedizin schon etwas früher zu sehen.

1947 kam z.B. im Allgemeinen Krankenhaus Hamburg-Altona die erste »Eiserne Lunge« zur Behandlung von Poliomyelitis-Patienten zum Einsatz. 1953 wurde ein Bericht über die Dauerbeatmung von 105 Poliomyelitis-Patienten in der »Eisernen Lunge« veröffentlicht, die im Allgemeinen Krankenhaus Hamburg-Altona zwischen 1947 und 1953 behandelt wurden (Aschenbrenner et al. 1953).

Im Rahmen dieser Polioepidemien wurden innerhalb kürzester Zeit sehr viele Patienten ateminsuffizient. Viele dieser Patienten wurden tracheotomiert und dann auf speziellen Beatmungsstationen außerhalb des Operationsbereichs beatmet.

In Kopenhagen bildete man dazu ca. 1 500 Studenten in einem Schnellkurs in der Beatmung mit einem Beatmungsbeutel aus und setzte sie dann schichtweise zur Beatmung auf den neuen Beatmungsstationen ein. Dadurch konnte in Kopenhagen die Sterblichkeit der Poliomyelitis von ca. 90% auf ca. 25% gesenkt werden.

Die Einrichtung von Beatmungsstationen im Rahmen dieser Polioepidemien kann als Geburtsstunde der Intensivmedizin betrachtet werden. Da die Anästhesiologen mit ihren Beatmungsmethoden einen entscheidenden Beitrag zur Etablierung der Intensivstationen geleistet haben, ist es verständlich, dass Intensivstationen oft unter anästhesiologische Leitung gestellt wurden (und werden).

Heute verfügt nahezu jedes größere Krankenhaus über eine Intensivstation. Krankenhäuser kleinerer und mittlerer Größe haben häufig eine interdisziplinäre, d.h. fachübergreifende Intensivstation. Große Kliniken verfügen zumeist sowohl über eine operativ-anästhesiologische als auch eine konservativ- internistische Intensivstation.

Insbesondere in Universitätskliniken gibt es oft noch spezielle, fachspezifische Intensiveinheiten (z.B. für Neurochirurgie, Kardiochirurgie) oder eine Intensivstation für spezielle Erkrankungen (z.B. für Verbrennungspatienten).

Anforderungen an Intensivstationen

Die empfohlene Anzahl an Intensivbetten wird inzwischen mit ungefähr 5% der vorhandenen Planbetten eines Krankenhauses angegeben (divi-org.de). Eine Intensivstation sollte mindestens über 6 Betten verfügen. Eine interdisziplinäre oder operativ-anästhesiologische Intensivstation sollte in enger räumlicher Nachbarschaft zu Operationsbereich, Aufwachraum, Notaufnahme, Röntgenabteilung und ggf. Linksherzkatheter-Messplatz liegen.

Circa 40-45% der Gesamtfläche einer Intensivstation sollte Patientenbereich sein (DIVI 2004). Zur baulichen Gestaltung und Einrichtung von Intensivbehandlungseinheiten gibt es aktuelle Empfehlungen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensivmedizin und Notfallmedizin (DIVI) (DIVI 2004).

Table of contents
Geleitwort8
Vorwort10
Inhalt12
A Grundlagen20
1 Allgemeine Bemerkungen zur Intensivmedizin22
2 Analgosedierung bei (beatmeten) Intensivpatienten25
3 Beatmungstherapie53
4 Künstliche Ernährung110
5 Störungen des Wasser-Elektrolyt- Haushaltes und Volumentherapie mit Infusions- und Transfusionslösungen141
6 Säure-Basen-Haushalt/Blutgasanalyse157
7 Klinisch-apparative und laborchemische Überwachung von Intensivpatienten177
8 Sonden, Katheter und Drainagen255
9 EKG-Diagnostik266
10 Bildgebende Diagnostik289
11 Allgemeine Maßnahmen bei Intensivpatienten319
12 Wundversorgung347
13 Scoring-Systeme in der Intensivmedizin354
14 Lebensrettende Sofortmaßnahmen358
B Krankheitsbilder386
15 Lungen- und Atemwegserkrankungen388
16 Herz- und Kreislauferkrankungen427
17 Nierenversagen483
18 ZNS-Schädigungen515
19 Sepsis und SIRS551
20 Gastrointestinale Erkrankungen572
21 Leber- und Gallenwegserkrankungen589
22 Alkoholabhängigkeit und Alkohol(-entzugs-)delir601
23 Verbrennungskrankheit607
24 Gerinnungsstörungen616
25 Sonstige häufigere Probleme626
C Anhang634
26 Intensivmedizinisch relevante Medikamente636
27 Infusions- und Transfusionslösungen sowie Bluttransfusion695
28 Periduralkatheter und diagnostische Liquorpunktion712
29 Endotracheale Intubation729
30 Normalwerte, Berechnungsformeln, Umrechnungen755
31 Intensivmedizin und DRG770
Abkürzungen776
Sachverzeichnis782