Login
 
Hauptdaten
Autor: Andreas Basu, Liane Faust
Titel: Gewaltfreie Kommunikation Taschenguide
Verlag: Haufe Verlag
ISBN/ISSN: 9783648078396
Auflage: 3
Preis : CHF 4.30
Erscheinungsdatum:
Inhalt
Kategorie: Politik, Gesellschaft, Arbeit
Sprache: German
Technische Daten
Seiten: 128
Kopierschutz: Wasserzeichen/DRM
Geräte: PC/MAC/eReader/Tablet
Formate: PDF/ePUB
Inhaltsangabe

In der Hektik des Alltags kommt es beruflich und privat immer wieder zu Konflikten. Viele könnten jedoch vermieden werden, wenn die Kommunikation besser funktionieren würde. Hier wird Ihnen verständlich und kompakt erklärt, wie Sie es besser machen können.

Inhalte:

  • Umdenken: Wie wir mit der Sprache Gewalt ausüben und wie gewaltfreie Kommunikation wirkt
  • Gefühle und Bedürfnisse äußern: Mit Vertrauen auf Augenhöhe verhandeln
  • Empathisch hören: die Bedürfnisse des Gegenübers klären und Konflikte deeskalieren
  • Gewaltfreie Kommunikation im Alltag: Konflikte meistern und konstruktive Gespräche führen

 



Andreas Basu, Dipl.-Ing., verfügt über 20 Jahre Führungserfahrung im Mittelstand. Er ist international zertifizierter Trainer des Center for Non-Violent Communication CNVC und selbstständiger Trainer, Coach und Unternehmensberater.
Inhaltsangabe

Sich aufrichtig zeigen


Kommunikation gelingt, wenn die Gesprächspartner einander hören und verstehen. Einfach ist das nicht, denn: Allzu oft versteht der Gesprächspartner etwas völlig anderes, als wir gemeint haben  und anders herum. Sich durch gewaltfreie Aufrichtigkeit verständlich zu machen, ist in der GFK die halbe Miete, diese Hürden zu überwinden.

In diesem Kapitel erfahren Sie,

  • wie Sie eine faire Gesprächsbasis schaffen, indem Sie Beobachtungen statt Interpretationen benennen,

  • warum Gefühle in der Kommunikation so wichtig sind und wie Sie sie ausdrücken können,

  • wie Sie Ihre Bedürfnisse erkennen und äußern,

  • wie Sie mit Bitten statt Forderungen auf Augenhöhe agieren.

Sprechen, um gehört zu werden


Kommunikation heißt: senden, empfangen und prüfen. Egal ob Sie reden oder beredt schweigen, mit den Händen gestikulieren oder zu Boden schauen, Sie kommunizieren ständig. Sie senden fortlaufend Signale und Botschaften aus, die Ihr Gegenüber interpretiert. Damit beim anderen das ankommt, was Ihrer Absicht entspricht, empfehle ich, sich bewusst darüber zu werden, was, wie und aus welcher Haltung heraus Sie kommunizieren. Dabei helfen die vier Elemente:

Vier Elemente

Vier Begriffe, die zuerst einmal vertraut klingen. Damit Sie sie erfolgreich anwenden können, will ich Ihnen im Folgenden erläutern, was damit genau gemeint ist. Danach können Sie sie zunehmend sicherer einsetzen und je nach Anwendungsfall kombinieren. Anhand eines einfachen Beispiels will ich Ihnen den linken Bereich der liegenden Acht (siehe Abschnitt Wozu Gewaltfreie Kommunikation?) erläutern: sich aufrichtig zeigen sowie die vier Elemente.

Beispiel: Wo sind die Vertriebszahlen?

Sie haben mit Ihrer jungen Mitarbeiterin, Frau Müller, am Vortag Folgendes besprochen: Schicken Sie mir die Vertriebszahlen bis morgen Mittag, dann kann ich den Monatsbericht für meinen Chef fertigstellen? Nach kurzem Zögern sagt sie: Ja, klar, mach ich. Am nächsten Tag wollen Sie nachmittags den Bericht schreiben. In Ihrem Posteingang finden Sie keine E-Mail von Frau Müller. Letzten Monat lief das ganz ähnlich ab.

Nehmen wir an, Sie wollen dies ansprechen und in Ihrem Kopf laufen Gedanken ab, wie Das hätte ich mir doch gleich denken können. Das war ja zu erwarten. Auf sie ist einfach kein Verlass! Dann würde das in einer schnellen Reaktion vielleicht so klingen: Hallo, Sie haben mir die Vertriebszahlen wieder nicht geschickt! Wieso lassen Sie mich da immer im Stich?!

Wenn Sie so reagieren  verwechseln Sie dann nicht sich aufrichtig zeigen mit dem anderen aufrichtig Ihre Urteile um die Ohren schlagen? Ihre Chance, mit Ihrem Frust wirklich gehört zu werden, ist nicht sehr groß bei dieser Variante, da bei Frau Müller wohl schon beim Wort wieder der Rollladen heruntergegangen ist. Sprechen alleine hilft nicht, lernen Sie die Kunst, so zu sprechen, dass der andere auch zuhört.

Wichtig

Wir sprechen nicht, um etwas zu sagen, sondern um gehört zu werden.

Die vier Elemente unterstützen Sie dabei, die erforderliche Haltung zu entwickeln und gleichzeitig mehr Sicherheit in der Anwendung der GFK zu erlangen. Für jedes Element gibt es typische Verwechslungen, die es zu vermeiden gilt, um den Erfolg eines Gesprächs nicht aufs Spiel zu setzen.

Vier Elemente, vier Schlüsselunterscheidungen

Beobachtung oder Interpretation?


Sie erreichen, dass andere Ihnen zuhören, indem Sie zunächst Fakten benennen, ohne Interpretationen beizumischen.

Eine faire Basis schaffen


Abwehr entsteht bei Ihrem Gesprächspartner dann, wenn er Verurteilungen oder negativ ausgelegte Interpretationen aus Ihren Beobachtungen heraushört. Interpretieren können wir sehr schnell, nur leider sind wir dabei meistens ungenau. Um eine faire Basis zu schaffen, heißt es zunächst einmal, genau zu beobachten und kommentarlos zu beschreiben, was wir wahrnehmen, wie eine Kamera oder ein Mikrofon. Damit schaffen wir eine konsensfähige Grundlage für das Gespräch.

Checkliste: Beobachtungen ausdrücken
  • Den konkreten Bezug klarstellen: wer, wann, was, 
  • Sinnlich wahrnehmbare Fakten beschreiben: was Sie gesehen, gehört, gerochen, körperlich gespürt bzw. nicht gesehen, gehört usw. haben.
  • Bei sich bleiben: Ich habe gesehen  statt Das kann doch jeder sehen , Mir ist klar statt Das ist ja klar.
  • Frei von Kommentaren, moralischen Bewertungen, Kritik, Interpretationen, Analysen und Diagnosen sprechen.
  • Mit möglichst wenigen Worten beschreiben, damit der andere weiter zuhört, aber mit so vielen Worten, wie zum Verständnis nötig sind.

Fallstricke bei Beobachtungen


Besonders unsere Interpretatione

Inhaltsverzeichnis
Cover1
Inhalt5
Vorwort7
Vom Gegeneinander zum Miteinander8
Das Leben schöner machen9
Wozu Gewaltfreie Kommunikation?12
Konflikte verstehen18
Konflikte in Unternehmen  eine Chance24
Gewaltfrei sprechen29
Sich aufrichtig zeigen36
Sprechen, um gehört zu werden37
Beobachtung oder Interpretation?39
Gefühle statt Gedanken ausdrücken44
Bedürfnisse statt Strategien äußern54
Bitten statt fordern64
Empathisch hören76
Schuld oder Verständnis  wie hören wir?77
Die Macht der Empathie80
Was empathischem Hören im Wege steht84
Vom Konflikt zur Win-win-Lösung89
Gewaltfreie Kommunikation im Alltag92
Wofür wir verantwortlich sind93
Beziehung vor Methode96
Leitfaden für Konfliktgespräche101
Konstruktive Gespräche im Unternehmen114
Literatur127
Stichwortverzeichnis128
Impressum129
Die Autoren130