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Main Data
Author: Jens Weissflog, Egon Theiner
Title: Weissflog Geschichten meines Lebens
Publisher: Egoth Verlag
ISBN/ISSN: 9783902480958
Edition: 1
Price: CHF 10.70
Publication date: 01/01/2014
Content
Category: Politik, Gesellschaft, Arbeit
Language: German
Technical Data
Pages: 304
Kopierschutz: Wasserzeichen
Geräte: PC/MAC/eReader/Tablet
Formate: ePUB
Table of contents
Er ist Olympiasieger 1984, er ist Doppel-Olympiasieger 1994, er war zweifacher Weltmeister, er gewann insgesamt vier Mal die Vierschanzentournee - kurz: Jens Weißflog ist der erfolgreichste Skispringer, den Deutschland, Ost wie West und vereint, je hatte. Der Oberwiesenthaler, der als 'Floh vom Fichtelberg' in die Geschichtsbücher seines Sports einging, hat viel zu erzählen. Immerhin war er sowohl im Parallel-Stil erfolgreich als auch später im V-Stil, immerhin musste auch er sich einem neuen politischen System anpassen, als aus dem DDR-Sportler ein Athlet im geeinten Deutschlands wurde. Die Geschichten, die er im Jahr seines 50. Geburtstages erzählt, handeln von seinen Anfängen als Skispringer in Pöhla und Oberwiesenthal, sie beschreiben Weißflogs Weg zur Spitze und vernachlässigen auch die schweren Momente seiner Karriere nicht - als er beispielsweise in Lillehammer von 30.000 Zuschauern gnadenlos ausgepfiffen wurde, nicht wusste warum, und der Menschenmenge den Stinkefinger zeigte. Nicht zu kurz kommen die persönlichen Geschichten aus seinem Leben, beispielsweise aus der Zeit, als er als Elektriker tätig war, oder als ihm im österreichischen Stams der Führerschein entzogen wurde. Nicht zu kurz kommen Storys aus seinem Privatleben oder von seinen außersportlichen beruflichen Aktivitäten. Jens Weißflog ist erfolgreicher Hotelier in Oberwiesenthal, und in seinem Hotel findet monatlich eine Plauderstunde mit der Legende des Skispringens statt. Doch in diesem Buch steht weit mehr!

Jens Weißflog, geboren am 21. Juli 1964, wuchs in Pöhla auf und lebt seit dem Besuch der Kinder und Jugendsportschule in Oberwiesenthal, wo er dem SC Traktor angehörte. U. a. gewann Weißflog Olympische Goldmedaillen 1984 und 1994, die Weltmeisterschaften 1985 und 1989 sowie die Vierschanzentournee in den Jahren 1984, 1985, 1991 und 1996.
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Mister Vierschanzentournee


Lasse Ottesen, das rote Tuch 1993/94  Erste Erinnerungen an die Tournee  Platz 90 beim ersten Antreten  Jetzt bist du der Größte!  Oberstdorfer Flair und eine gekaufte Schallplatte  Herausforderung Bischofshofen  Weißflog tritt zurück!

Jetzt mach schon endlich. Siehst du nicht, dass du guten Wind hast? Auf was willst du warten  darauf, dass er schlechter wird? Der Norweger Lasse Ottesen lässt sich Zeit, sehr viel Zeit. Lediglich er als Vierter, ich als Dritter, Noriaki Kasai aus Japan und der Führende Espen Bredesen aus Norwegen haben an jenem 6. Januar 1994 in Bischofshofen noch zu springen. Ich bin wieder einmal als Führender ins Salzburger Land gekommen, doch mein Vorsprung in der Gesamtwertung ist nach dem ersten Durchgang von rund zwölf auf sieben Punkte geschmolzen. Und nun stehe ich da, hoch oben über Bischofshofen, und muss mitansehen, wie sich der Windpfeil langsam dreht, sich der leichte Aufwind in leichten Rückenwind verwandelt und meine Siegeschancen immer mehr verflüchtigen. Äußerlich gebe ich mich gelassen, innerlich bebe ich vor Wut. Was bildet sich Ottesen überhaupt ein? Was ist das für ein abgekartetes Spiel? Er sorgt dafür, dass ich schlechtere Bedingungen habe und da wir alle wissen, dass an diesem Tag wechselnde Bedingungen an der Paul-Ausserleitner-Schanze herrschen, wird Bredesen ein paar Springer später wohl wieder Aufwindverhältnisse nutzen können. Was für eine Gemeinheit! Norweger, das ist wahrlich echtes Fair Play!

Ottesen sitzt am Rand des Balkens und hantiert an seiner Bindung. Sagt dem Starter, dass er da Probleme hat und was nachjustieren muss. Und blickt immer wieder hinunter Richtung Trainerturm, von wo aus ihm Trainer Trond Jøran Pedersen nicht die Erlaubnis erteilt, sich in Anfahrtsposition auf den Balken zu begeben. Die Regeln sind andere als heute, es gibt eine Rot- und Grün-Phase und letztere dauert 15 Sekunden, dann muss man gestartet sein. Ich habe nur getan, was mein Coach mir aufgetragen hat, verteidigt sich Ottesen später. Die Diskussion zwischen ih