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Main Data
Author: Jürgen Emmrich
Title: 'Icke' fährt zur See - Teil 1 - Seefahrt damals um 1961 - Schiffsjunge und Jungmann Band 118e in der maritimen gelben Buchreihe
Publisher: neobooks Self-Publishing
ISBN/ISSN: 9783750235304
Series: maritime gelbe Buchreihe
Edition: 1
Price: CHF 15.00
Publication date: 01/01/2020
Content
Category: Biografien
Language: German
Technical Data
Pages: 182
Kopierschutz: kein Kopierschutz
Geräte: PC/MAC/eReader/Tablet
Formate: ePUB
Table of contents
'Icke' träumt in Berlin von der weiten Welt. Er will zur See fahren und Kapitän werden. In Finkenwerder besucht er die Seemannsschule, wo er für die Aufgaben als Schiffsjunge vorbereitet wird. Bei der Hapag, einer der größten deutschen Reedereien bekommt er die Chance, 1961 auf der 'BRANDENBURG' als 'Moses' einzusteigen. Die Reise über den Atlantik geht in die Karibik. Dort erlebt er selber, was ihm die Kollegen an Bord bereits schwärmerisch angekündigt hatten: ein Paradies für alle Seeleute. Er macht mit der 'BRANDENBURG' drei Reisen dorthin. Mit dem Motorschiff 'MARBURG' kommt er auch in die Südstaaten von Nordamerika. Er schwärmte ja schon immer für die USA, ist begeistert für alles Amerikanische. Im zweiten Teil seiner Erinnerungen kommt er auf weiteren Hapag-Schiffen nach Fernost. - Rezensionen zur maritimen gelben Buchreihe: Ich bin immer wieder begeistert von der 'Gelben Buchreihe'. Die Bände reißen einen einfach mit und vermitteln einem das Gefühl, mitten in den Besatzungen der Schiffe zu sein. Inzwischen habe ich ca. 20 Bände erworben und freue mich immer wieder, wenn ein neues Buch erscheint. Oder: Sämtliche von Jürgen Ruszkowski aus Hamburg herausgegebene Bücher sind absolute Highlights der Seefahrts-Literatur. Dieser Band macht da keine Ausnahme. Sehr interessante und abwechslungsreiche Themen aus verschiedenen Zeitepochen, die mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt haben! Man kann nur staunen, was der Mann in seinem Ruhestand schon veröffentlicht hat. Alle Achtung!

1945 im Land Brandenburg geboren, in Berlin aufgewachsen. 1961 als Schiffsjunge (Moses) auf dem Schiff 'BRANDENBURG' über den Atlantik in die Karibik. Mit MS 'MARBURG' nach USA. Später mit den Hapag-Schiffen 'DÜSSELDORF' und 'DRESDEN' nach Fernost. Anschließend auf Küstenmotorschiffen im Bereich Ostsee nach Schweden und Finnland, über die Nordsee nach England, und Frankreich und ins Mittelmeer. Er erwarb später ein kleines nautisches Patent und ging 1970 in Hamburg zur Wasserschutzpolizei.
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Mein Traum wird wahr


Mein Traum wird wahr

Die Küste war von Berlin, wo ich (icke) meine Jugend verbrachte, weit entfernt. Doch von klein an zog es mich zur See. Ich war nie am Meer, habe nie richtige Schiffe gesehen. Fernsehen und Filme über die Christliche Seefahrt gab es damals noch nicht. Aber ein starker innerlicher Drang, zur See fahren zu wollen, war, seit ich denken kann, vorhanden. Es war mein größter Jugendtraum.

Schiffe, Wasser und die weite Ferne, waren für mich immer von großem Interesse. Ich sammelte Schiffsbilder, die ich aus Zeitungen ausschnitt, damals noch überwiegend von Kriegsschiffen, aber auch von Handelsschiffen. Die deutsche Seefahrt war ja nach dem Krieg erst wieder im Aufbau. Werften und Schiffe waren total zerstört oder von den Siegermächten beschlagnahmt. Ich baute auch Schiffe aus diesen Modellbaubögen, die man damals kaufen konnte. Das waren Schiffsmodelle auf Pappe gedruckt, die man ausschneiden musste, faltete und zusammenklebte, bis ein schönes Schiff daraus wurde. Später kamen auch Plastikmodelle dazu. Für Wasser, also für das Meer, konnte ich mich immer begeistern. Im Sommer verbrachte ich auch jede freie Minute am See und badete. Ich lernte auch sehr schnell schwimmen. Ich fing mit Hundekraulen an und kam dann ganz zügig in die normale Schwimmbewegung herein. Ich musste schwimmen können, denn mein großer Bruder nahm mich immer mit zum Baden, wenn er mit seinen Kumpels zum Schwimmen ging. Ich wollte doch auch immer dabei sein, wenn die Großen auf den See hinaus schwammen. So paddelte ich immer wie ein kleiner Hund hinter den Großen hinterher.

Später war ich noch in einem maritimen Verein, der, so erinnere ich mich noch schwach, Deutscher Seefahrerbund hieß. Neben meiner Pfadfindertätigkeit und meinem Sport, Leichtathletik und Boxen, war auch noch an den Wochenenden Kutter pullen, also rudern, angesagt. Und abends beim Knoten üben, wurden auch Shantys gesungen und von der weiten Ferne geträumt. Also lange Weile gab es nicht in meiner Kindheit. Immer lockte das Abenteuer.

Für mich war in dieser Zeit die Seefahrt ja leider nur ein Traum, denn ich war der Meinung, nie auf ein Schiff kommen zu können, da ich viel zu klein war und Seemänner ja groß und stark sein müssen. So blieb es dabei, Schiffsfotos aus allen möglichen Zeitungen auszuschneiden, in ein Heft zu kleben und in Gedanken über die Meere zu fahren.

Mein berufliches Ziel war vom Vater vorgegeben. Ich sollte nach Abschluss der 9. Klasse ins Hotelfach. Die Bewerbung im Hilton Hotel Berlin verlief erfolgreich, der Start als Page sollte nach Beendigung meiner Schule ein Jahr später beginnen, und dann sollte ich in die Schweiz, in eine Hotelfachschule. Eigentlich nicht schlecht. So schwächte sich der Seemannswunsch langsam ab, und ich hoffte, die ungeliebte Schule bald beenden zu können. Dann wäre ich 16 Jahre alt und ein flotter Page im weltberühmten Hilton-Konzern und würde so auch in der Welt herum kommen.

Wenn da nicht die Reise nach Hamburg, zu Onkel Herbert, einem Kriegskamerad meines Vaters, gekommen wäre. Der wohnte in Blankenese.

Schon der Besuch an den Hamburger Landungsbrücken ließ mein Herz höher schlagen. Dort waren große Seeschiffe zu sehen. Im Dock der Stülckenwerft, die heute nicht mehr existiert, lag ein riesiger Tanker. Das Krachen der Niethämmer hallte von der Werft zu uns herüber, Frachtschiffe verließen laut tutend den Hafen Richtung See, und ich fuhr in Gedanken mit  nach Rio, New York, nach Asien oder in die Karibik. Ich glaube, ich hatte Fieber.

Ein unglaubliches Gefühl ging durch meinen Körper. Wie ein Suchtkranker, der auf Entzug ist.

War es Sehnsucht, war es Fernweh? Ja, das war es! Ich wollte mitfahren!

Am liebsten wäre ich abgehauen und hätte mich auf ein Schiff geschlichen, so wie ich es in Abenteuerbüchern gelesen hatte. Aber ich war noch zu klein, zu jung und hatte auch Schiss. Die brauchen doch auf See richtige Männer und keine Kinder.

Zurück in Blankenese, gin