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Main Data
Author: Tina Breckwoldt
Title: & Co. Über 300 Jahre Lügengeschichten
Publisher: Benevento
ISBN/ISSN: 9783710951077
Edition: 1
Price: CHF 18.00
Publication date: 01/01/2020
Content
Category: Biografien
Language: German
Technical Data
Pages: 288
Kopierschutz: Wasserzeichen
Geräte: PC/MAC/eReader/Tablet
Formate: ePUB
Table of contents
Wer steckt hinter der Figur des Lügenbarons? Hatte Münchhausen andere Erzähler zum Vorbild, gab es gar eine Theorie des Lügens? Lassen sich die Lügengeschichten von damals mit den Fake News von heute vergleichen? Und kann man am Ende überhaupt eine wahrhaftige Biografie über Münchhausen schreiben? Tina Breckwoldt begibt sich auf Spurensuche, gräbt längst verschollene Kulturschätze aus und versammelt die unglaublichsten Flunkereien. Auf diese Weise entfaltet sich eine facettenreiche Geschichte, nicht nur des Lügenbarons, sondern der Lüge schlechthin. Sie reicht von Lukian über Erich Kästner bis in die Gegenwart und zeigt, welchen unglaublichen Siegeszug der Baron auf der Kanonenkugel weltweit unternommen hat.

Tina Breckwoldt, geboren 1964, studierte in Freiburg, Cambridge und Oxford Altorientalistik sowie Ur- und Frühgeschichte und wurde in Cambridge promoviert. Seit einigen Jahren ist sie bei den Wiener Sängerknaben für Dramaturgie, PR und Recherche zuständig. Sie schreibt Opernlibretti, Lied- und Filmtexte sowie Einträge für Wörterbücher und Nachschlagewerke. Obendrein beherrscht sie neun Sprachen; ein paar davon sind sogar noch lebendig.
Table of contents

I. »WANN DAS GLÜCK FAVORABELL IST«  DIE NACKTE WAHRHEIT


11. Juni 1733 steht ein dreizehnjähriger Junge im Garten des Lustschlosses Salzdahlum bei Wolfenbüttel. Das Schloss ist hell erleuchtet. In der Dämmerung spielt ein Orchester. Durch den Garten schreiten, tanzen, drängen sich Damen und Herren in festlichen Roben, adelige Schäferinnen und Schäfer mit weiß gepuderten Perücken. Er selbst hält eine Fackel in der Hand, wie die anderen Pagen. Er ist ein bisschen nervös, es ist seine erste richtige Aufgabe als Page, und es ist eine große Hochzeit, mindestens hundert Gäste sind da. Farben, Schatten wehen durch die Hecken und an ihm vorbei. Es ist wie im Märchen. Der Hirtenkönig hat seine Tochter demjenigen versprochen, der am besten Flöte spielen kann; drei Kandidaten gibt es. Weil der König sich nicht entscheiden kann, entscheidet Apoll, der Gott der Musik und der Dichtung. Apoll wählt natürlich den Richtigen: Friedrich, Kronprinz von Preußen  die Braut ist Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel. Hieronymus atmet aus. Seine Fackel brennt noch.