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Main Data
Author: Bernd Venohr
Title: Wachsen wie Würth Das Geheimnis des Welterfolgs
Publisher: Campus Verlag
ISBN/ISSN: 9783593402239
Edition: 1
Price: CHF 27.50
Publication date: 01/01/2006
Content
Category: Wirtschaft/Management
Language: German
Technical Data
Pages: 210
Kopierschutz: DRM/Wasserzeichen
Geräte: PC/MAC/eReader/Tablet
Formate: ePUB/PDF
Table of contents
Mit dem Direktvertrieb von Schrauben begann 1945 die Erfolgsgeschichte des heutigen Weltkonzerns Würth. Aber es war nicht allein diese innovative Geschäftsidee, die den Erfolg begründete: Es war vor allem die einzigartige Unternehmensstruktur. 'Dieses Buch über Würth ist ein Meilenstein für richtige unternehmerische Führung jenseits von Shareholder-Value und anderen Zeitgeistmoden. Es zeigt die erfolgreiche praktische Anwendung von Prinzipien natürlicher Systeme und ihren kybernetischen Funktionsgesetzen. Es ist ein Bericht über richtiges und gutes Management. Vernetzte Regelkreise, Selbstregulierung und Selbstorganisation bringen das für den unternehmerischen Erfolg entscheidende Wissen zur Wirkung. Es zeigt den Weg zum lebensfähigen System.' Prof. Dr. Fredmund Malik, St. Gallen 'Wachsen wie Würth gibt einen spannenden Einblick in die zum Teil sehr unkonventionellen Management-Grundsätze und Methoden des Unternehmens, geprägt natürlich auch durch die Persönlichkeit Reinhold Würth. Darüber hinaus enthält das Buch zahlreiche interessante Anregungen für Wachstumsstrategien auch in schwierigen Märkten.' Dr. Reinhard Zinkann; geschäftsführender Gesellschafter Miele & Cie. KG, Gütersloh

Bernd Venohr ist Professur für strategisches Management am Institute of Management der FHW Berlin . Sein besonderes Interesse gilt global tätigen mittelständischen Unternehmen, die auf ihren Märkten weltweit eine führende Position einnehmen.
Table of contents
Einleitung Eine kurze Zeitreise Künzelsau im April 2005: Würth, der Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik, feiert ein Doppeljubiläum: 60 Jahre seit der Firmengründung 1945; 70. Geburtstag von Reinhold Würth. Einer der Höhepunkte ist der Galaabend am 22. April mit 2?500 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im größten freitragenden Zelt der Welt, dem 'Millenniums-Dom', das für die Feierlichkeiten auf dem Firmengelände aufgebaut wurde. Eine Vielzahl prominenter Gäste, Festansprachen und das spektakuläre Unterhaltungsprogramm mit der 'Philharmonie der Nationen' unter der Leitung von Justus Frantz, einem Abschlussauftritt von José Carreras, dazwischen Geburtstagsgrüße via Leinwand aus aller Welt - von Franz Beckenbauer bis Bud Spencer -, unterstreichen Erfolg und Selbstverständnis des Unternehmens und Unterneh-mers. Ein 'Tag des Handwerks' für Kunden, Festabende für Mitarbeiter sowie ein Lieferantentag mit insgesamt 20?000 geladenen Gästen sowie ein 'Tag der offenen Tür' mit weit über 50?000 Besuchern runden die Woche der Feierlichkeiten ab. Künzelsau im Juli 1945: Gründung der Firma als Schraubengroßhandlung durch Adolf Würth als Ein-Mann-Unternehmen plus Ehefrau kurz nach Kriegsende unter schwierigsten Bedingungen in der fränkisch-schwäbischen Kreisstadt.1 Zu Beginn zieht Würth mit einem Leiterwagen hinter einer eingespannten Kuh zu Fuß durch das Land und beliefert Handwerker in der Umgebung. Genau wie Tausende seiner Wettbewerber auch. Der erstgeborene Sohn Reinhold hilft von Kindesbeinen an mit im Unternehmen, vor allem im Lager und beim Ausliefern der Ware. Mit 14 Jahren verlässt er die Künzelsauer Oberschule und tritt als Lehrling und zweiter Mitarbeiter in das Unternehmen des Vaters ein. Die Firma entwickelt sich gut und ermöglicht Adolf Würth selbstständiges Arbeiten und Unabhängigkeit, und sichert der Familie ein gutes Auskommen. Das ausgeprägte Sicherheitsbedürfnis des Gründers steht allerdings einer weiteren Expansion im Wege. Reinhold Würth schließt seine Lehre zum Großhandelskauf-mann 1951 ab und erwirbt mit einer Sondergenehmigung den Kfz- Führerschein, um seinen Vater, der keinen Führerschein besitzt, zu gemeinsamen Kundenterminen zu fahren. Auch besucht er schon sehr früh eigene Kunden im gesamten Bundesgebiet. Dabei durchlebt er eine harte Schule: 'Als ich nach zwei Wochen mit einem Bündel von Aufträgen zurückkam, hat er mich nach dem schwäbischen Motto ?Net g'schimpft isch au g'lobt? stehen lassen'2. Dann der plötzliche Tod des Vaters im Dezember 1954: Der 19-jährige Reinhold Würth übernimmt nach diesem Notfall gemeinsam mit seiner Mutter die Leitung der Schraubengroßhandlung. Zunächst ging es nur darum, die Situation zu meistern, die Zahlungsfähigkeit zu erhalten und Ware zu beschaffen. Neugier und Zielstrebigkeit, zwei hervorstechende Charaktereigenschaften von Reinhold Würth, führen das Unternehmen bald auf einen starken Wachstumspfad. 'Als ich nach der Übernahme der Firma merkte: ?Hoppla, du kannst ja den Betrieb führen, das geht ja recht gut, das geht sogar besser, als du dir das gedacht hast?, kam meine Entdeckerfreude auch geschäftlich zum Tragen. Da hatte ich dann allmählich die Idee, das Unternehmen aggressiv auszubauen und den Schraubenhandel in immer größeren Dimensionen voranzutreiben. Man kann diese Idee an keinem bestimmten Jahr oder Ereignis festmachen. Sie hat sich evolutionär entwickelt, und mit wachsender Größe und Stabilität der Strukturen habe ich dann meinen Blick immer weiter in die Zukunft hinaus richten können'.3 Innerhalb weniger Jahre wird aus dem lokalen Händler erst ein überregional arbeitendes Unternehmen und schließlich ein global tätiger Konzern. 50 Jahre nachhaltig profitables Wachstum Die Würth-Gruppe ist äußerst erfolgreich: 6,2 Milliarden Euro Umsatz, über 300 operative Gesellschaften mit 800 Profit-Centern und 47?000 Mitarbeitern weltweit, davon mehr als die Hälfte fest angestellte Verkäufer im Außendienst, ein Betriebsergebnis von über 400 Millionen Euro (Geschäftsjahr 2004). In jedem der letzten 50 Geschäftsjahre hat Würth schwarze Zahlen geschrieben. Bis auf ein Jahr (1975) wurde der Umsatz über 50 Jahre kontinuierlich mit meist zweistelligen Wachstumsraten gesteigert. Dies gilt auch für das gerade abgeschlossene Geschäftsjahr 2005: Würth steigerte den Umsatz nach vorläufigen Angaben um 11,1 Prozent auf 6,89 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis stieg ebenfalls zweistellig auf 440 Millionen Euro. Fast jedes Jahr neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn, weitgehend unabhängig von Standort-, Konjunktur- und Branchenkrisen. Wie erzielt Würth dieses nachhaltige und profitable Wachstum?