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Main Data
Editor: Christoph J. Börner, Dietmar Grichnik
Title: Entrepreneurial Finance Kompendium der Gründungs- und Wachstumsfinanzierung
Publisher: Physica-Verlag
ISBN/ISSN: 9783790816037
Edition: 1
Price: CHF 100.00
Publication date: 01/01/2005
Content
Category: Politik, Gesellschaft, Arbeit
Language: German
Technical Data
Pages: 588
Kopierschutz: DRM
Geräte: PC/MAC/eReader/Tablet
Formate: PDF
Table of contents
Thema dieses Kompendiums ist die Finanzierung von Unternehmensgründungen und des Unternehmenswachstums in einer frühen Phase. Der Band mit wissenschaftlichen Beiträgen von prominenten Fachvertretern ist die erste geschlossene Publikation zum Thema Entrepreneurial Finance. Er wendet sich einerseits an Wissenschaftler, die sich diese noch junge Disziplin erschließen wollen, und liefert andererseits Unternehmern und deren Finanziers einen breiten Rahmen, um Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen kritisch zu reflektieren und im strukturierten Dialog mit der Wissenschaft zu diskutieren.
Table of contents

Vertragsgestaltung bei Venture-Capital-Finanzierungen (S. 325-326)

Eike Houben und Peter Nippel

Abstract

Ein Finanzierungsvertrag zwischen einem Venture-Capital-Geber und einer (Startup-) Unternehmung kommt nur zustande, wenn sich beide Seiten zunächst im Hinblick auf die Bewertung der Unternehmung einigen. Typischerweise wird dann aber nicht nur eine einfache Beteiligungsquote vereinbart, sondern eine ganze Reihe z.T. recht komplexer Regelungen in den Finanzierungsvertrag aufgenommen. Dieses Regelungen, die zusammen mit gesetzlichen Bestimmungen die gegenseitigen Rechte und Pflichten des Venture-Capital-Gebers, der Unternehmensgründer und evtl. weiterer Beteiligter (z.B. des Managements) definieren, werden hier zunächst vorgestellt. Anschließend wird aus grundsätzlichen ökonomischen Überlegungen heraus die Existenzberechtigung für die Vielzahl der real existierenden Vertragsklauseln und die Komplexität der in der Praxis verwendeten Finanzierungsverträge im Venture-Capital-Bereich abgeleitet. Hierbei wird insbesondere auf Informationsasymmetrie, heterogene Erwartungen, Hold Up und Moral Hazard abgestellt. Die damit verbundenen Probleme sind bei typischen Venture- Capital-Finanzierungen i.d.R. besonders stark ausgeprägt.

1 Einleitung

Die Überlassung von Kapital durch einen Venture-Capital-Geber an ein junges Unternehmen (Start Up) setzt i.d.R. den Abschluss eines oftmals sehr umfangreichen Finanzierungsvertrages voraus, der zusammen mit gesetzlichen Bestimmungen die gegenseitigen Rechte und Pflichten des Venture-Capital-Gebers (oder auch mehrerer Venture-Capital-Geber, die als Syndikat gemeinsam Kapital zur Verfügung stellen), der Unternehmensgründer und evtl. weiterer Beteiligter (z.B. des Managements) definiert. Diese Rechte und Pflichten müssen so gestaltet werden, dass eine Kapitalüberlassung (ein Investment) für den Venture-Capital-Geber attraktiv ist, gleichzeitig jedoch die übrigen Beteiligten nicht übervorteilt werden, und zudem effiziente zukünftige Entscheidungen im Unternehmen und im Rahmen zukünftiger Finanzierungsrunden unterstützt werden. Die einzelnen Vertragsbestandteile können ihrer Art nach in unmittelbar zahlungsbezogene Vertragsklauseln und nur mittelbar zahlungsbezogene Klauseln un terschieden werden.

Unmittelbar zahlungsbezogene Klauseln wirken sich direkt auf die Aufteilung laufender Erträge und eines evtl. Erlöses aus einer späteren Veräußerung des Unternehmens (sog. Exit) aus, während die mittelbar zahlungsbezogenen Klauseln, kurz als Kontrollrechte i.w.S. bezeichnet, die Einflussmöglichkeiten der Vertragsparteien auf die Geschäftspolitik und somit den Wert des Unternehmens definieren. Diese dienen damit letztlich ebenfalls dem Zweck, Vermögenspositionen zu gestalten und zu sichern. Durch die Gesamtheit der finanziellen Klauseln wird die Kapitalstruktur i.w.S. definiert. Neben den explizit in einem Finanzierungsvertrag zwischen einem Venture-Capital-Geber und einem Unternehmen geregelten Rechten und Pflichten sind auch typische Vorgehensweisen, wie insbesondere das Staged Financing (die sukzessive Kapitalbereitstellung in aufeinanderfolgenden Finanzierungsrunden) von Bedeutung.

Im Folgenden werden die in Venture-Capital-Verträgen typischerweise vorzufindenden Regelungen vorgestellt (Kapitel 3) und erläutert, in welchem Zusammenhang diese von Bedeutung sind (Kapitel 4). Dabei wird deutlich, dass die Vertragsgestaltung der Lösung der fundamentalen Probleme bei einer Finanzierung (Informationsasymmetrie, heterogene Erwartungen, Hold Up und Moral Hazard) dient, die bei typischen Venture-Capital-Finanzierung i.d.R. besonders stark ausgeprägt sind. Grundlage jeder Finanzierungsbeziehung ist jedoch zunächst die Bewertung des Unternehmens, wie in Kapitel 2 dargestellt ist.

Table of contents
Vorwort der Herausgeber5
Inhaltsverzeichnis9
Teil I Grundlegende Beiträge12
Grundüberlegungen zur Theorieorientierung in der Gründungsforschung14
Abstract14
1 Einleitung: Theorieorientierung als Problem der Gründungsforschung14
2 Erkenntnisinteressen und Forschungskonzepte in der Gründungsforschung1016
3 Die These des Theoriedefizits in der Gründungsforschung24
Literatur31
Chancen und Risiken der Gründungsfinanzierung aus informationsökonomischer Sicht36
Abstract36
1 Einleitung36
2 Perspektive der informationsökonomischen Finanzierungstheorie37
3 Informations- und Delegationsrisiken bei der Gründungsfinanzierung41
4 Kritisches Fazit zur informationsökonomischen Perspektive53
Literatur54
Entrepreneurial Finance und das Modigliani- Miller-Theorem58
Abstract58
1 Problemstellung58
2 Modigliani-Miller-Theorem  Theoretische Einbettung, Kernargumente und Rezeption59
3 Die Sicht der Entrepreneurial Finance63
4 Ausblick73
Literatur74
Finanzierung von jungen Unternehmen in der Net Economy76
Abstract76
1 Bedeutung der Unternehmensfinanzierung in der Net Economy76
2 Die Finanzierungsphasen und -möglichkeiten in der Net Economy78
3 Fazit89
Literatur90
Gründungs- und Wachstumsfinanzierung als Finanzdienstleistung92
Abstract92
1 Zum Ziel einer Konzeptualisierung der Finanzdienstleistung Gründungs- und Wachstumsfinanzierung92
2 Konzeption der Finanzdienstleistungen93
3 Dienstleistungsdimensionen der Gründungs- und Wachstumsfinanzierung99
4 Fazit110
Literatur111
Mikro-Gründungsfinanzierung als Entwicklungsstrategie 114
Abstract114
1 Verknüpfung von Gründungs- und Entwicklungsfinanzierung114
2 Das Konzept der Mikrokreditfinanzierung116
3 Mikrowagnisfinanzierung125
4 Resümee131
Literatur132
Teil II Beiträge zur Bewertung136
Investitionstheoretische Überlegungen zur Gründung138
Abstract138
1 Problemstellung138
2 Grundlagen der Investitionstheorie139
3 Besonderheiten von Gründungsinvestitionen141
4 Gründungsinvestitionen bei Annahme sicherer Erwartungen144
5 Gründungsinvestitionen bei Annahme unsicherer Erwartungen154
6 Beurteilung162
Literatur164
Bewertungsverfahren für Early-Stage- Finanzierungen166
Abstract166
1 Charakteristika von Early-Stage Unternehmen und Probleme ihrer Bewertung166
2 Anreizprobleme, Vertragsgestaltung und Bewertung von Early-Stage Unternehmen169
3 Die Bewertung mit Multiples171
4 Die Venture-Capital Methode zur Bewertung von Early-Stage Unternehmen179
5 Bewertung von Early-Stage Unternehmen: Problem Set183
Literatur186
Grenzpreisermittlung für die Wachstums finanzierungmit Wagniskapital 190
Abstract190
1 Problemstellung<