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Main Data
Author: Martin Plag
Title: Veränderungsmanagement in Bundesministerien Eine empirische Untersuchung auf Basis multipler Fallstudien
Publisher: DUV Deutscher Universitäts-Verlag
ISBN/ISSN: 9783835054172
Edition: 1
Price: CHF 64.30
Publication date: 01/01/2007
Content
Category: Recht/Jurisprudenz
Language: German
Technical Data
Pages: 453
Kopierschutz: DRM
Geräte: PC/MAC/eReader/Tablet
Formate: PDF
Table of contents
Auf einer breiten empirischen Basis beschreibt und erklärt Martin Plag die Veränderungsprozesse der Bundesverwaltung. Im Zentrum der Ergebnisse stehen Erfolgsfaktoren und konkrete Handlungsempfehlungen für Veränderungsprozesse in der Bundesverwaltung.

Dr. Martin Plag promovierte bei Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber am Lehrstuhl für Controlling der WHU - Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung in Vallendar. Er ist Professor an der Berufsakademie Villingen-Schwenningen und Leiter des Studiengangs Consulting und Controlling.
Table of contents
2 Veränderungsmanagement  theoretischer Bezugsrahmen (S. 7)

2.1 Grundbausteine der Theorien des Veränderungsmanagements

2.1.1 Veränderung  Wandel  Change: Begriffsbestimmungen


In der Literatur sind Begriffe wie Veränderung, Wandel, Entwicklung, Transformation, Fortschritt, Dynamik sowie vor allem die englischsprachigen Termini Change und Development gebräuchlich.

Ulrich differenziert zwischen Veränderung und Wandel: Der Ausdruck Wandel steht in der deutschsprachigen Literatur auch für das amerikanische Change, was ebenso gut mit Veränderung hätte übersetzt werden können und damit etwas weniger gewichtig erschienen wäre. In der Tat jedoch wollen die meisten Autoren damit wohl andeuten, dass es sich bei ihrem Thema nicht bloß um übliche, alltägliche Geschehnisse handelt, sondern um etwas Wichtiges, Grundlegendes und Bedeutungsvolles."

Wöhrle schließt sich dieser Auffassung an und ergänzt, dass die Begriffe Veränderung und Entwicklung weitgehend wertneutral seien, Wachstum und Forschritt hingegen eine positive Richtung implizierten und die Vokabel Transformation einen Wandel konkretisiere, [] der einen wirklichen Umbruch darstellt."

Seidenschwarz bereinigt den Begriff des Wandels um solche interpretationsbedürftigen Deutungen und reduziert ihn auf seinen Kern: Wandel bedeutet zuerst einmal den Wechsel von einem Zustand in einen anderen." Diese Definition ist ebenso auf den Terminus Veränderung anwendbar und gleichfalls mit dem Verständnis des Begriffs Change vereinbar, das Beckhard/Harris vertreten. Beckhard/Harris verstehen Change als den Wechsel von einem Present State" zu einem Future State". Die Definition des Wandels von Seidenschwarz wird in dieser Arbeit übernommen. Die Begriffe Wandel, Veränderung und Change werden im Folgenden synonym verwendet.

2.1.2 Ungeplanter vs. geplanter Wandel

Zur Hinleitung auf den Begriff des Veränderungsmanagements ist es sinnvoll und in der Literatur üblich, zwischen ungeplantem und geplantem Wandel zu unterscheiden. Unter Planung soll ein Informationsverarbeitungsprozess verstanden werden, der die bewusste, d. h. die von Reflexion getragene und zielorientierte Festlegung zukünftigen Handelns zum Ziel hat und damit eine Ausprägung von Willensbildung darstellt.

Damit kann ungeplanter Wandel als ein Wandel verstanden werden, der nicht im Sinne des bewussten Einsatzes von Mitteln zur Erreichung von Zielen beeinflusst wird. Staehle fügt als weiteres Kriterium für ungeplanten Wandel die Aufmerksamkeit hinzu, die eine Veränderung erfährt: Sind Wandlungsprozesse nicht intendiert, zufällig und bleiben sie weitgehend unbemerkt, spricht man von ungeplantem Wandel." Unter geplantem Wandel soll hingegen ein Wandel verstanden werden, dem eine bewusste Entscheidung zur Veränderung vorausgeht und der zielorientiert gestaltet wird. Da sich die vorliegende Untersuchung mit Veränderungsmanagement, ergo mit der Gestaltung von Veränderungsprozessen auseinandersetzt, ist für den weiteren Gang der Untersuchung nur der geplante Wandel relevant.

2.1.3 Organisatorischer Wandel und Organisationsbegriff

Veränderungsmanagement befasst sich mit organisatorischem Wandel, also mit Wandel von und in Organisationen. Daher scheint es angezeigt, das Verständnis von Organisation in der Literatur und den dieser Arbeit zu Grunde liegenden Organisationsbegriff darzustellen. Laux/Liermann unterscheiden zwischen funktionalem und institutionalem Organisationsbegriff. Der Begriff Organisation bezeichnet sowohl die Tätigkeit der zielorientierten Steuerung der Aktivitäten in einem sozialen System mit mehreren Mitgliedern (funktionaler Organisationsbegriff) als auch das soziale Gebilde selbst (institutionaler Organisationsbegriff).

Organisationen sind durch zwei wesentliche Merkmale charakterisiert: Erstens müssen mindestens zwei Personen beteiligt sein, die Koordination der eigenen Tätigkeiten durch ein Individuum fällt nicht unter den Organisationsbegriff. Zweitens müssen die Tätigkeiten der Beteiligten zielorientiert gesteuert werden, []."
Table of contents
Geleitwort6
Vorwort8
Inhaltsübersicht10
Inhaltsverzeichnis12
Abbildungsverzeichnis25
Tabellenverzeichnis25
1 Einleitung26
1.1 Ausgangssituation26
1.2 Forschungsleitende Fragen und Zielsetzung28
1.3 Vorgehen und Struktur der Untersuchung28
2 Veränderungsmanagement  theoretischer Bezugsrahmen32
2.1 Grundbausteine der Theorien des Veränderungsmanagements32
2.1.1 Veränderung  Wandel  Change: Begriffsbestimmungen32
2.1.2 Ungeplanter vs. geplanter Wandel32
2.1.3 Organisatorischer Wandel und Organisationsbegriff33
2.1.4 Ausmaß der zu gestaltenden Veränderung  Wandel 1. und 2. Ordnung34
2.1.5 Triebkräfte von Veränderungen35
2.1.6 Veränderungsmanagement38
2.1.7 Annahmen zur Steuerbarkeit von Veränderungsprozessen40
2.1.8 Veränderung/Veränderungsmanagement als Prozess und Phasenmodelle42
2.1.9 Gestaltungsdimensionen und ausgewählte Gestaltungsaspekte des Veränderungsmanagements49
2.2 Literaturüberblick  Theoriestränge und aktuelle Ansätze63
2.2.1 Lewin als Ausgangspunkt63
2.2.2 Organisationsentwicklung (OE)65
2.2.3 Organistionstransformation (OT)68
2.2.4 Veränderungsmanagement und Lernen71
2.2.5 Kotters acht Kardinalfehler76
2.2.6 Krügers 3W-Modell81
2.2.7 Veränderung im St. Galler General Management Navigator (GMN)86
2.3 Akteursbezogener Ansatz des Veränderungsmanagements als Referenzmodell der Untersuchung92
2.3.1 Entstehung und Ausrichtung92
2.3.2 Zugrunde gelegtes Akteursmodell92
2.3.3 Grundverständnis von Veränderungsmanagement im akteursbezogenen Ansatz94
2.3.4 Veränderungsmanagement bei individuellen Akteuren95
2.3.5 Veränderungsmanagement bei Akteuren höherer Ordnung101
2.3.6 Komparative Bewertung des akteursbezogenen Ansatzes108
3 Reformprozesse in Ministerien und nachgeordneten Behörden als Untersuchungsobjekt112
3.1 Charakterisierung von Ministerien und nachgeordneten Behörden112
3.1.1 Zielsetzung von Organisationen des öffentlichen Sektors112
3.1.2 Abgrenzung von Ministerien gegenüber Kommunen113
3.1.3 Max Webers Bürokratiemodell115
3.1.4 Führung und Koordination  Defizitbereiche des öffentlichen Sektors117
3.2 Reformbewegung des Public Management119
3.2.1 Begriff und Kernelemente des Public Management119
3.2.2 Deutsche Entwicklung des Public Management im internationalen Vergleich122
3.3 Empirische Forschung in der Schnittmenge von Public Management und Veränderungsmanagement126
4 Forschungsmethode130
4.1 Fallstudien als Forschungsstrategie130
4.2 Eignungsvoraussetzungen von Fallstudien131
4.3 Zwecke von Fallstudien133
4.4 Einzelfallstudien versus multiple Fallstudien135
4.5 Vorgehen in den Fallstudien136
4.5.1 Fokussierung der Forschungsfragen136
4.5.2 Offenlegung und Reflexion ex ante generierter Hypothesen137
4.5.3 Kriterien für die Auswahl von Ministerien und Fällen138
4.5.4 Gesamtumfang und Sample der Untersuchung139
4.5.5 Der Zugang zum Forschungsfeld141
4.5.6 Verwendete Arten der Datenerhebung (Quellen)142