Login
 
Main Data
Author: Ralph Raymond Braun
Title: Zypern Reiseführer Michael Müller Verlag Individuell reisen mit vielen praktischen Tipps
Publisher: Michael Müller Verlag
ISBN/ISSN: 9783956548161
Edition: 6
Price: CHF 16.10
Publication date: 01/01/2019
Content
Category: Geschichte
Language: German
Technical Data
Pages: 456
Kopierschutz: Wasserzeichen
Geräte: PC/MAC/eReader/Tablet
Formate: ePUB
Table of contents
E-Book zur 6. komplett überarbeiteten und aktualisierten Auflage 2020 Die in eine türkische Nord- und eine griechische Südhälfte geteilte Insel liegt geographisch, ethnisch und politisch an der Schwelle zwischen Orient und Okzident. Mit ihren vielfältigen Landschaftsformationen wie dem zerklüfteten Hügelland, den Traumstränden im Westen oder den reichen Waldbeständen im Tródos-Massiv ist sie ein Dorado für Naturliebhaber und Aktivurlauber. Doch auch in kultureller Hinsicht hat Zypern einiges zu bieten: Zahlreiche archäologische Ausgrabungen dokumentieren die lange Geschichte der Insel, Rätselhaftes wie die sogenannten Schlupfsteine im Süden regt nicht nur die Phantasie der Einheimischen an, und die zum Weltkulturerbe geadelten Scheunenkirchen mit ihren mittelalterlichen Fresken sind ein absolutes Muss für Kunstinteressierte. Ralph-Raymond Brauns Buch begleitet den Leser in die faszinierende Welt der drittgrößten Mittelmeerinsel und lädt dabei ein zu Wanderungen, Radtouren, Autoausflügen und Streifzügen durch trubelige oder beschauliche Inselorte.

Ralph Raymond Braun 1953 in der Anflugschneise des Frankfurter Flughafens geboren, aufgewachsen dortselbst und im Frankenland mit AFN (= American Forces Network) und Radio Luxemburg. Schon als Schüler erste journalistische Versuche als Vereinsreporter für die Heimatzeitung. Studierte Politik, Geschichte, Deutsch und kam dann über eine Karriere als Hausmeister, Buchhalter, Lehrer und Reiseleiter zum Schreiben von inzwischen mehr als zwanzig Reisebüchern.
Table of contents
Stadtgeschichte
Vorläufer Nikosias war das antike Ledra, ungefähr an der Stelle des südwestlichen Stadtteils Agía Paraskevi. An den alten Namen erin­nert die Ledra Avenue, die einstige Hauptstraße des ungeteilten Nikosia; ebenso das Ledra-Hotel, in dem neben anderen Berühmt­hei­ten auch Randolph Churchill seinen Whiskey zelebrierte und das heute die kanadischen UNTruppen beherbergt.
280 v. Chr. nannte Leukos, der Sohn des Ägypterkönigs Ptolemaios, den Ort in Leu­kotheon um. Die Byzantiner mach­ten daraus Lefkon, was Pap­pel­hain be­deu­tet. In der Tat wuchsen an den Ufern des Pediaios früher viele Pap­peln. So ent­stand der moderne grie­chi­sche (Lefkosía) bzw. türkische Na­me (Lefkoa) der Stadt.
Wegen seiner Lage weitab von der Küste war Nikosia vor feindlichen Über­fällen und Seeräubern relativ si­cher. Dieser Vorzug machte es seit dem 10. Jahrhundert zur Hauptstadt. 1211 be­suchte Wilhelm von Oldenburg die In­sel. Er beschreibt den Ort als Haupt­stadt und Sitz des (katholischen) Erzbi­schofs, vergleicht die großzügi­gen und reichen Häuser mit den Kreuz­fah­rer­palästen in Antiochia, sieht eine Burg im Bau - und das erste Straußenei seines Lebens.

Großes Gerät in den Arkaden des ethnografischen Museums

Nach der Besetzung Famagustas durch die Genuesen ließen die Lu­sig­nan in al­ler Hast eine Mauer um Ni­ko­sia ziehen und bauten eine neue Burg und Residenz, die bereits 1483 wieder in Trümmern lag. Den Standort mar­kiert die jüngst auf den alten Fun­da­men­ten errichtete Halle Kasteliotissa na­he dem Páfos-Tor. Die engen Gassen des mittelalterlichen Nikosia waren mit Bal­dachinen vor der Sonne ge­schützt. Ar­ka­dengänge ersetzten den Bür­ger­steig und gaben bei den häufigen Erd­stößen den Häusern zusätzlichen Halt. Werkstätten und Geschäfte eines Stra­ßenzu­ges waren jeweils einer Bran­che vor­behalten, was sich häufig im Na­men der Gasse niederschlug. Mau­ern trenn­ten die verschiedenen Stadt­viertel von­ein­an­der. Überragt wur­de das Meer der zwei­geschossigen Häuser von den vie­len Kirchen und den Türmen der Adels­familien, wie sie in manchen Städten Nord­ita­liens noch erhalten sind.
Die venezianische Militärstrategie ver­änderte das Stadtbild nachhaltig. Die Befes­tigungen wurden um eine Meile zurückgenommen, alle Gebäude au­ßer­halb der neuen Mauern ge­schleift. Innen brach man große Schne­i­sen durch die Stadt, um im Ve­r­tei­di­gung­s­fall die Truppen möglichst schnell von einer Bastion zur ande­ren brin­gen zu können. Die jetzige Stadt­mauer mit ihren elf Bastionen wurde nach den Entwürfen des Mi­li­tär­in­ge­nieurs Giulio Savorgnano 1567 weit­gehend als Erdwall angelegt. Nur die un­t­ere Hälfte der Außenseite war mit Qua­dern b