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Main Data
Author: Pedro Barceló
Title: Die Alte Welt Von Land und Meer, Herrschaft und Krieg, Mythos, Kult und Erlösung
Publisher: wbg Philipp von Zabern
ISBN/ISSN: 9783805351874
Edition: 1
Price: CHF 28.70
Publication date: 01/01/2019
Content
Category: Geschichte
Language: German
Technical Data
Pages: 700
Kopierschutz: DRM
Geräte: PC/MAC/eReader/Tablet
Formate: ePUB
Table of contents
Die Begriffe Universalität und Globalisierung sind heute in aller Munde, aber sie sind nicht neu, ihre Wurzeln reichen bis in die Antike, in den durch Hellenismus und das Römische Reich geschaffenen Kulturraum. Der große Althistoriker Pedro Barceló entwirft, als Summe seiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit der alten Welt, das Panorama der wichtigsten Faktoren der politischen, ökonomischen, sozialen und religiös-kultischen Entwicklungen der Antike. Dabei arbeitet er die prägenden räumlichen Begebenheiten und kulturellen und mentalen Konstanten heraus, die die antike Geschichte über zweitausend Jahre bestimmten: Welche überzeitlichen Mythen durchziehen die griechisch-römische Mittelmeerkultur? Welche gemeinsamen Vorstellungen von Göttlichem, von Herrschaft oder Feindschaft? Denn es sind vor allem diese anthropologischen Phänomene, die den Kulturraum von Ägyptern, Griechen und Römern zu einem großen Ganzen machten, und die uns heute noch prägen - weil wir in ihren Fußstapfen wandern.

Pedro Barceló, geb. 1950, war bis 2015 Professor für Alte Geschichte an der Universität Potsdam. Innerhalb der griechisch-römischen Antike beschäftigte sich der international renommierte Historiker unter anderem mit der Geschichte von Religion und religiösem Wandel, von Randgruppen und der Rolle des Christentums. Bei der WBG erschien von ihm u.a. die Biographie 'Alexander der Große' (2007) sowie 'Kleine griechische Geschichte' und 'Kleine römische Geschichte'.
Table of contents

I


Land und Meer


Die folgenden Ausführungen lenken das Augenmerk auf die Erde und das Wasser als Grundelemente des menschlichen Daseins. Sie sind entscheidend für unsere Wahrnehmung der Welt und unseren Zugriff auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, nicht zuletzt deswegen, weil sie stets aufeinander bezogen sind und dennoch in einem unauflösbaren Spannungsverhältnis zueinander stehen. Das war in der Antike nicht anders als heute. Ein Unterschied hat sich jedoch durch die im letzten Jahrhundert erfolgte Durchdringung eines weiteren Urstoffes ergeben: Die Luft, beziehungsweise der Weltraum als weitere Sphäre für die Entfaltung der Menschheitsgeschichte, womit eine jahrtausendlange Bipolarität in der Erfassung der Welt entscheidend erweitert und verändert wurde. Erde, Wasser und Luft als Grundlagen menschlichen Zusammenlebens sind nie herrschaftsfrei gewesen. Die auf und mit ihnen errichteten Formen von Machtbildung bieten einen wichtigen Schlüssel zum Verständnis der sich dort ereignenden politischen, sozialen, ökonomischen und religiösen Entwicklungen. Nach wie vor sind prägende Vorstellungen unseres historischen Erfahrungshorizontes vom Zusammenspiel zwischen Land und Meer bestimmt. Von seiner Beschaffenheit, seinen Potenzialen, Gefahren und seiner Bedeutung für die von der Antike bis heute gültigen Lebenseinstellungen handeln die folgenden Kapitel. Sie wollen die Herausbildung von Lebensräumen (oikos, polis) beispielhaft erfassen, ferner verzeichnen sie die Entdeckung und Vermessung abgelegener Teile der mediterranen Kulturlandschaften und untersuchen darüber hinaus (Tartessos, Ägypten, Indien) die Ursachen und Folgen der griechischen und phönikischen Kolonisation, beobachten dann die Festlegung von Grenzräumen (Hasdrubal Vertrag, Limes, Alalia/Korsika) und beschäftigen sich schließlich mit der Erschließung von Randbereichen einer aufgrund der verbesserten nautischen Kommunikationsmöglichkeiten in höherem Maße verfügbar gewordenen Welt (Fahrten des Hanno, Pytheas und Nearchos). Die damit einhergehende Entzauberung bisher unbekannter Regionen, die durch ihre Eingliederung in den Lebensbereich der bekannten Welt einen Teil ihrer Magie einbüßen, wird ebenfalls zu erörtern sein. Gleichzeitig soll nach den Mechanismen der Begründung