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Hauptdaten
Autor: Annie Zac Poonen
Titel: Frau, warum weinst du?
Verlag: neobooks Self-Publishing
ISBN/ISSN: 9783847696278
Auflage: 1
Preis : CHF 2.50
Erscheinungsdatum:
Inhalt
Kategorie: Religion/Theologie
Sprache: German
Technische Daten
Seiten: 90
Kopierschutz: kein Kopierschutz
Geräte: PC/MAC/eReader/Tablet
Formate: ePUB
Inhaltsangabe
Eine Frau wurde von ihrem Schöpfer mit einer einfühlsamen Natur gesegnet. Sie ist in der Lage, tief mitzufühlen und sie hat eine seltene Fähigkeit, die Probleme von Menschen zu verstehen. Somit ist sie in der Lage, die Schmerzen anderer mit Sympathie und Anteilnahme zu lindern. Aber diese Empfindsamkeit ist auch der Grund für viele ihrer Probleme. So wie anderen Menschen stoßen auch ihr tragische Dinge zu. Gerade in solchen Zeiten braucht sie selber Hilfe! Einige Frauen weinen wochenlang ohne Ende, als ob ihre Sorgen im See ihrer Tränen ertränkt werden könnten. Andere weinen innerlich und werden von der Last ihres Kummers erdrückt. Viele Frauen behalten die emotionalen Wunden ihres Leidens lange nachdem ihre Probleme gelöst worden sind. Aber Sorgen und Prüfungen können in einen guten Zweck umgewandelt werden - der Zweck, für den ein souveräner Gott, der uns intensiv liebt, zulässt, dass sie in unser Leben kommen. Prüfungen können unseren Charakter formen. Wie der Sandelholzbaum, der seinen Duft an die Axt, die ihn abhaut, weitergibt, kann eine Frau durch das, was sie von Gott in ihren Sorgen gelernt hat, für viele (sogar für die Person, die ihr schadet) zu einem Segen werden! Um eine Frau Gottes zu werden, muss man bereit sein, sich vielen Prüfungen zu stellen, aber man darf nicht zulassen, dass einen diese Prüfungen überwältigen.

Dr. Annie Zac Poonen ist die Ehefrau von Zac Poonen und Mutter von vier erwachsenen Söhnen, die ebenfalls Jünger des Herrn Jesus sind. Zusammen mit ihrem Mann hat sie mehr als 50 Jahre lang dem Herrn gedient, indem sie für den Herrn Jünger gemacht und Gemeinden gegründet haben. Annie ist von Beruf Ärztin und hat vielen Menschen mit gesundheitlichen Problemen unentgeltlich geholfen. Sie war und ist für viele Frauen ein Vorbild und eine Ermutigung als Mutter, Ehefrau und Zeugin Jesu Christi.
Inhaltsangabe

1. Gott ist dein Vater


Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater (Joh 20,17; Luther 1984).

Als ich als Ärztin arbeitete, begegnete ich einer Reihe von Frauen, die ihre Babys im Krankenhaus aussetzten, wenn die Babys Mädchen waren! Die Mütter verschwanden einfach, ohne ihre Rechnungen zu bezahlen. Sie waren arm und enttäuscht, dass sie Mädchen zur Welt gebracht hatten, von denen sie glaubten, dass sie für sie ihr ganzes Leben lang eine Bürde sein würden. Das jämmerliche Aussteuersystem in Indien schafft in jedem Landesteil unseres Staates so viele Probleme, besonders für arme Mädchen. Diese Mütter glaubten, dass ihre weiblichen Babys die Chance auf ein besseres Leben hätten, wenn sie in einem christlichen Krankenhaus oder Waisenhaus zurückgelassen würden, statt sie zurück in ihr Dorf zu nehmen. In einem Waisenhaus würde womöglich irgendeine reiche Person das Mädchen vielleicht adoptieren! Und in einem christlichen Waisenhaus war die Chance geringer, dass ihr Kind von Männern missbraucht würde.

Auf meiner chirurgischen Station war ein süßes, zweijähriges, namenloses Mädchen, das nie lächelte, nie redete, selten weinte und das sich sogar zu essen weigerte. Sie war von einem Sozialarbeiter am Tor des Krankenhauses gefunden worden. Das Mädchen schien ziemlich intelligent zu sein. Aber wenn man in seine leiderfüllten Augen schaute, konnte man nur erahnen, welches Grauen es in seinem kurzen irdischen Leben bereits erlebt hatte. Alle von uns, die auf dieser Station arbeiteten, mochten sie und wir taten unser Bestes, um sie aufzuheitern. Solche kleinen Mädchen werden gewöhnlich in ein christliches Waisenhaus geschickt. Sie war meine Patientin und daher arrangierten es einige christlichen Freunde und ich, nachdem sie sich erholt hatte, dass sie in ein bekanntes christliches Waisenheim geschickt wurde.

Über die Jahre erkundigte ich mich gelegentlich nach ihr und betete sogar hin und wieder für sie. Etwa 30 Jahre später traf ich sie dann. Sie war nun verheiratet und hatte Kinder. Aber die erste Frage, die sie mir stellte, lautete: Wer sind meine Eltern?

Während all dieser 30 Jahre hatte diese Frage sie verfolgt. Es gab eine Leere in ihrem Herzen, die sich nach der Liebe eines Vaters und einer Mutter gesehnt hatte  etwas, was sie im Waisenhaus nie empfangen hatte.

Sie hatte alles andere, was eine Frau sich wünschen würde  einen guten Ehemann, Kinder, eine Ausbildung und sogar einen guten Beruf. Aber in ihrem Herzen gab es nach wie vor diesen Schmerz, der sie zum Weinen brachte, sobald sie mich traf.

Leider konnte ich ihr nicht sagen, wer ihre Eltern waren, denn ich wusste es nicht. Aber ich konnte ihr von einem liebenden Vater im Himmel erzählen, der für sie mehr als irgendein irdisches Elternteil sein konnte. Sie konnte sich jedoch nicht dazu durchringen, ihren unbekannten Eltern zu vergeben, dass diese sie im Stich gelassen hatten, als sie ein Baby war. Ich konnte sehen, dass diese Gefühle der Ablehnung ihre Seele zerstörten.

Ich kann mich auch an andere Mädchen erinnern, die, obwohl sie Eltern hatten, von ihnen nicht die Liebe und die Aufmerksamkeit erhielten, nach der sie sich gesehnt hatten. Auch diese Mädchen sind als unsichere, einsame, unglückliche Personen in einer harten und grausamen Welt aufgewachsen.

Und dann gibt es noch die Mädchen aus zerbrochenen Familien und solche, die von ledigen Müttern geboren wurden. Viele, viele Mädchen, die solche Tragödien erfahren haben, glauben, dass ihre Eltern sie nicht verstehen können.

Viele junge Mä